KLIFF Klimafolgenforschung Tierproduktion

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Konsequenzen und Anpassungen für die niedersächsische Milch- und Rinderproduktion durch Klimaänderungen auf regionaler Skala

 

2009-2013


Rund die Hälfte der landwirtschaftlichen Betriebe in Niedersachsen (26.711) hielten im Jahr 2005 Rinder. Ca. 60 % dieser Betriebe erzeugten Milch. Für insgesamt 9.859 Betriebe mit 733.000 Kühen ist die Milcherzeugung der wichtigste Betriebszweig. Mit 5,2 Mrd. kg erzeugten diese Betriebe 18,2 % der gesamten deutschen Milch. Die Milchproduktion in Niedersachsen hat somit einen hohen ökonomischen Stellenwert und erzielte mit einem Produktionswert von rund 1,4 Mrd. € ca. 18,3 % des gesamten Produktionswertes der niedersächsischen Landwirtschaft. Auch in der Mutterkuhhaltung nimmt Niedersachsen eine führende Stellung in Deutschland ein.

Aufgrund der enormen ökonomischen Bedeutung der Rinderhaltung in Niedersachsen und der Tatsache, dass die Produktionssysteme direkt den Effekten des Klimas ausgesetzt sind, machen die Abschätzung möglicher Auswirkungen der Klimaänderungen und die Ent-wicklung von Anpassungsstrategien in diesem Bereich unerlässlich. Für Niedersachsen wird nach bisherigen Erkenntnissen erwartet, dass die Sommertemperaturen bis zum Jahr 2050 um durchschnittlich 3,7°C ansteigen, während in dieser Zeit der Niederschlag um ca. 10 % abnehmen soll. Das genetische Leistungspotential der Tiere kann nur dann realisiert werden, wenn die Produktionsumwelt (Futterbau, Fütterung, Haltung incl. Verfahrenstechnik und sonstiges Management) in optimaler Weise auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmt ist. Kühe reagieren, insbesondere im hohen Leistungsbereich, empfindlich auf exogene Umwelteinflüsse, was sich u.a. in Fruchtbarkeitsstörungen, reduzierter Futteraufnahme mit der Folge energetischer Unterversorgungen und erhöhten Krankheitsanfälligkeiten wider-spiegelt. Es ist zudem zu erwarten, dass veränderte Klimabedingungen auch erhebliche Auswirkungen auf die Epidemiologie wichtiger Infektionserreger, wie z.B. verschiedener Weideparasiten, haben werden. Parasitäre und mikrobielle Erreger können Ursache für erhebliche Produktionseinbußen sein. Es ist auch zu erwarten, dass es zu einer deutlichen Einschränkung der Wirksamkeit aktueller Therapie- und Kontrollmaßnahmen kommt, was auch in unmittelbarem Zusammenhang mit den Effekten des Klimawandels auf das Grünland steht.

Ziel der Untersuchungen ist es eine Folgenabschätzung globaler Klimaveränderungen auf die Rinderproduktion in Niedersachsen vorzunehmen, um darauf aufbauend Anpassungs-strategien entwickeln zu können.

 

Prof. Dr. Dr. Matthias Gauly

Dr. Martin Potthoff

 

Förderer:

Land Niedersachsen